Tag 3: Inselerkundung

Tag 3: Inselerkundung

20. Oktober 2020 Curacao 2020 0

Nach einem großartigen Frühstück auf unserer Terrasse bei der einer der typischen gelbschwarzen Vögel hier erstmal unseren Toast geklaut hat ging es los zum Mambo Beach um meine Kreditkarte sicherzustellen.

Tatsächlich! Ich hatte sie im Eis Laden stecken lassen, was leider erst auffiel als wir schon weg waren. Trotzdem beruhigend, dass niemand sie geklaut hatte. Also schlichte Doofheit meinerseits…

Die heutige Mittagshitze – wir haben übrigens die heißeste Zeit des Jahres erwischt – wollten wir im klimatisierten Auto verbringen. Das hat sich schon im Schwarzwald bewährt, wenn Finja mit Eindrücken voll ist und entspannen soll: Autofahren. Finja kann wahlweise gucken, einschlafen oder chillen und die anderen Kinder sind zufrieden, dass sie was unternehmen. Alle glücklich.

Den Westen der Insel kann man einfach erkunden indem man der Straße folgt, die entlang der Küste im Kreis verläuft. Dafür mussten wir aber zunächst in die Stadt, wo Achim einen Einheimischen am Straßenrand damit schockte, dass er am Zebrastreifen anhielt und ihn die Straße überqueren ließ. Na ja… Wir sind halt deutsch…. Jenseits von Willemstad wird es immer steiniger, staubiger und… wüstiger…. Überall finden sich blassbunte Häuschen inmitten von Kakteen und Dornengebüsch. Eine ganz andere Landschaft als am Mambo Beach. Wild mit riesigen Kakteen…. Teilweise sind die Grundstücke mit Kakteen eingezäunt.

Am Scheitelpunkt finden wir den Shete Boka Nationalpark. 4 Buchten versprechen Naturerlebnisse der besonderen Art: Wilde Küsten, schäumende Welle, Meeresschildkröten, eine natürliche Brücke.

Man kann den Park mit dem Auto besuchen, versichert die Dame am Eingang und schickt uns mit einer lässigen Handbewegung nach rechts eine “Dirt Road” entlang.

“Echt jetzt?” fragt Achim entgeistert, lenkt den Wagen dann aber beherzt den roten Sandpfad entlang über eine Piste, bei der wir echt grübeln, ob wir jemals wieder aus diesen Schlaglöchern rauskommen falls wir da reinfahren. Erst als wir andere Touristenautos sehen sind wir beruhigt. Die Straßen sind offenbar Teil des Abenteuers und führen tatsächlich zu den Points of Interests. Zumindest in die Nähe…

Boka Pistol stellt sich tatsächlich als atemberaubend heraus. Ein tiefer Einschnitt in die Küste nimmt ankommende Wellen auf, verjüngt sich und endet schließlich, so dass sie Welle hoch in die Luft gesprüht wird. Schwer zu erklären. Sieht aus wie ein Geysir, aber die Erdkundelehrer und Geologen unter euch werden wohl bemängeln dass das ja ein völlig anderes Prinzip ist. Das Ganze ist auf jeden Fall ziemlich großartig und zu dem Wellenschauspiel kommt noch ein ordentlicher Wind, so dass man es unter der überdachte Observation – Platform wunderbar aushalten kann.

Damit Corona uns und die 3 anderen Paare nicht doch noch erwischt finden wir eine Desinfektionsflasche an der Plattform und natürlich auch Abstandshinweise. Irgendwie skurril.

Die Landschaft ist hier von porösen, scharfkantigen Steinen geprägt. Sieht aus wie eine Vulkanlandschaft, ist aber vermutlich auch ein anderes Prinzip… Finja zumindest scheint es spannend gefunden zu haben. Miriam und Jonathan waren begeistert und auch Achim und ich waren tief beeindruckt.

Der zweite Punkt war Boka Kalki, ein paar Minuten weiter. Eigentlich kann man alle diese Buchten auf Hiking Trails erwandern, aber mal ehrlich: Wir waren jetzt schon fix und alle. “Diese Bucht schaffen wir noch!” betonten die Kinder. Achims Blick drückte tiefen Zweifel aus. Ich schlug vor, dass er mit Finja im Auto rumfährt, während ich mir diese Bucht “rasch mal” mit den Kids anschaue.

Der Weg führte durch eine flache Schlucht, die zunächst steinig und dornig war, später aber von Bäumen überdacht. Sehr, sehr cool. Dieser Laubengang endete an einer Bucht, die von Klippen eingefasst war. Über eine Treppe konnte man nach oben Klettern und hatte eine großartige Aussicht. Aber soooo atemberaubend war es jetzt nicht. Der abenteuerliche Weg dorthin war das eigentliche Erlebnis und es war gut, dass wir Finja nicht dabei hatten.

Schweren Herzens verzichteten wir auf die anderen Buchten, denn die Karte zeigte, dass Finja auch die Wege von den Parkplätzen zu den Aussichtspunkten heute und bei dieser Hitze nicht schaffen würde und wir wollten das lieber später mal gemeinsam erleben. Vielleicht schaffen wir es nächste Woche nochmal hinzufahren.

Weiter ging es zum Dorf am Ende der Insel, wo die Farbe der Häuser frischer, die Zäune massiver, die Autos auf den Auffahrten teurer wurden: Wir waren auf der Seite der Insel angekommen wo die Tauchurlauber ihre Unterwasserparadiese vor der Ufertür liegen haben.

Langsam hatten wir genug. Finja war wieder ausgeruht, die Kids aufgekratzt und wir alle hungrig. Also auf direktem Weg zurück und ab in den Pool, denn Jojos Riesenfisch musste dringend ins Wasser und die Wasserspritzen ausprobiert werden. Schnell freundete er sich mit einem spanischen Jungen an und tauschte sich munter auf englisch mit ihm aus. Finja, Achim, Miriam und ich gingen an den Strand und hatten Spass mit der neuen Handy-Wasser-Hülle. Bald waren wir müde und so klang der Tag aus.

Morgen würde es also endlich losgehen mit den Delphinen. Wir sind ausgeruht, akklimatisiert und voller Hoffnung…. Und so gespannt, ob der eigentliche Zweck unserer Reise sich erfüllen wird.

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