Tag 11: Tauchen und Bootstour

Tag 11: Tauchen und Bootstour

26. Oktober 2020 Curacao 2020 0

“Wir sind eine coole Familie” beendet Jonathan den Abend – und ich bin ziemlich perplex. Gerade hatten die so genannten “Geschwisterkinder” ihre Briefe erhalten.

Natürlich haben weder ich noch Achim es hinbekommen ohne zu heulen, aber es tat gut mal. Alles aufzuschreiben. Natürlich schreibe ich nicht was drin steht, denn entgegen der Meinung meiner Tochter poste ich nicht “alles” auf Facebook.

Aber so viel: Ich bin wahnsinnig stolz auf die zwei und sie sind einander und Finja wirklich liebevolle Geschwister und jeder auf seine Weise mit einem wunderbaren Naturell gesegnet.

Und ja – unser Alltag ist oft turbulent, anstrengend und aufwändig. Daher ist es mir so wichtig Ausgleich zu schaffen indem ich ihnen wo immer es geht ermögliche Sachen zu machen, die ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Exklusive Zeit mit uns wie bei unsrem Urlaub ohne Finja oder Mama-Jojo-Tagen oder einem Mama-Tochter-Urlaub, aber eben auch Lasertag, Pfadfinder Reisen oder eben die Fahrt mit dem Sportverein.

Oder heute eben: Tauchen! Miriam hat lang damit geliebäugelt und zusätzlich zu den Spenden für Finja haben die Paten sowie Großeltern einen Topf für Miriam und Jonathan eingerichtet von dem wir dies und das bezahlen können, was Miriam und Jonathan wichtig ist.

Also hab ich meine Große da angemeldet als ich den neugierigen Blick auf das Tauch-Schnupper-Programm sah. Wann, wenn nicht in jungen Jahren und wo, wenn nicht auf Curacao sollte man tauchen lernen?

Also war heute Schnupperkurs. Und das Gesicht meiner Tochter als sie 3 Stunden später mit Vollausrüstung wieder an Land ging, hättet ihr sehen sollen! Ein solches Strahlen, dass in meinem Herzen die Sonne aufging. Kurzum: Tochterkind ist begeistert! Und wären die Tauchgelegenheiten in Deutschland ähnlich hätte sie wohl ein neues Hobby.

Trotzdem: Den im Anschluss angebotenen Tauchkurs mit Zertifikat wollte sie dann doch nicht. Vernünftig wie sie ist, meinte sie, dass sie ihn ja in Deutschland doch nicht brauchen könne. Aber ich glaube, dass sie später im Leben das Tauchen sicher weiterführen wird.

Für dieses Mal war es aber eine großartige Erfahrung und die Tauchtrainerin hat ihr wirklich Sicherheit vermittelt und ein tolles Unterwasser-Erlebnis beschert. Und mir eine strahlende Miriam.

Jonathan dagegen war begeistert von der Bootstour im Sonnenuntergang, die wir am späten Nachmittag, direkt nach dem Tauchen, mitmachen konnten. Obwohl die Wellen moderat erschienen war der erste Teil gegen die Strömung oder Dünung oder so doch ein ziemliches Geschaukel.

Finja fand es offenbar lustig und setzte sich kurzerhand im Schneidersitz in die Mitte des Bootes. Ich weiß nicht wieviel sie mitbekommen hat, aber für die sensomotorische Integration war es sicher eine intensive Übung. Später saß sie zufrieden bei Papa auf der Bank und freute sich sichtlich.

Die Küste zog an uns vorbei und bald fuhren wir in eine ruhigere Bucht ein und betrachteten die Häuser der Reichen und die verlassenen Strände einer geschlossenen Luxushotel-Anlage. Schon cool solche Häuser.

Zwischendurch gab es verdammt leckere Pastechi – die örtlichen Pasteten – und Getränke. Eine sehr nette Fahrt auf der wir Therapiefamilien ins Gespräch kamen.

Jonathan verkündete irgendwann, er wolle nach “10 Vorne” gehen und fragte, ob ich mitkomme. Und so begaben wir uns eine Etage tiefer auf eine Bank wo wir nur knapp über der Wasseroberfläche in den Sonnenuntergang fuhren und Zeit hatten mal über seine Interessen zu sprechen: Gab es die 10 Plagen in Ägypten wirklich? Könnten Zeitzeugen das aufgeschrieben haben? Was sind die Unterschiede zwischen einer Galeone und einer Schaluppe?

Ich muss zugeben: Jonathans Fragen haben es schon immer in sich. Meist sind es naturwissenschaftliche Überlegungen oder Fragen zum Kosmos, dem Urknall oder ähnlichem, weshalb ich dann immer getrost auf seine naturwissenschaftlich bewanderten Paten verweisen kann, aber oft geht es auch um Götter, die Seele, Philosophie oder Magie – da bin ich dann kompetent. So hatten wir heute ein schönes Gespräch auf dem Boot.

Alles in allem standen heute wohl die Interessen der Geschwister im Mittelpunkt, aber natürlich hatte Finja heute auch wieder Delphintherapie.

Kati und Denise arbeiten jetzt intensiv mit Ja-Nein-Karten, aber Finja zeigt ihre Wünsche immer noch sehr unklar. Sie zeigt gar nicht und oft signalisiert sie nur durch Schauen, was sie interessiert. Aber im Wasser war sie sehr offen und konzentriert. Erstmalig hat sie Kanoa ohne Handführung von sich aus gestreichelt. Im Wasser ist sie ganz in ihrem Element und ich merke wie gut ihr diese Therapie tut.

Soviel einstweilen von uns. Mitten in der Nacht, denn Finja ist quietschwach. Vermutlich verarbeitet sie eine Menge… Euch in Deutschland alles Liebe! Und nochmals 1000 Dank an alle, die uns zu diesem Abenteuer überredet und uns unterstützt haben um es wirklich umzusetzen. Ihr seid so großartig und ich bin unendlich dankbar von so vielen lieben Menschen umgeben zu sein. Ohne euch, wäre es uns nicht möglich all das für unsere Kids zu tun. “Um ein Kind großzuziehen braucht es ein ganzes Dorf.” heißt es. Danke, dass ihr dieses Dorf seid.

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