Tag 8: Eine Woche vorbei

Tag 8: Eine Woche vorbei

26. Oktober 2020 Allgemein 0

Morgens um 7.00 texteten wir Dr. Gomez, da mein Ohr immer noch nicht besser war, dann verschwand Achim zum Entspannungsworkshop in dem die Prinzipien der Achtsamkeit vermittelt wurden. Passt zu unserem abendlichen Hörbuch “Achtsam morden”, das ich sehr empfehlen kann.

Kurz nach 10 kam Dr. Gomez. An dieser Stelle herzlichen Dank an meinen English-Coach Nicole Tomberg, die mir in den letzten Monaten geholfen hat mein miserable Schulenglisch so weit aufzupolieren, dass ich problemlos mit Arztbesuchen, Austausch mit anderen Touristen und telefonisch genuschelte Antworten der Rezeption zurechtkomme.

Dr. Gomez kam also aufs Zimmer und erzählte mir auf Englisch Anekdoten von seiner Reise nach Ost- und Westberlin in den 1980er Jahren, seinen Kindern, der Praxis, die immer noch ihm gehört, aber von einer anderen Ärztin betrieben wird, weshalb er jetzt im Ruhestand voll für die Gäste des CDTC und die Hotels da sein kann.

Ganz nebenbei diagnostiziert er eine mittlere Otitis, gab mir Antibiotika zum schlucken und ein Rezept für die Botica und erklärte, dass Schnorcheln im Meer gar nicht so das Problem sei, aber das Tauchen im Pool Wasser solle ich unbedingt meiden. Oookay. Angeblich wäre ich in 3 Tagen wieder fit…. Nasenspray solle ich nehmen, aber das hatte ich ja eh im Gepäck.

Inzwischen waren die Kinder vom Geschwisterprogramm (Very Important Brus) zurückgekommen. Heute hatten sie die Flamingos besucht, gestern war Schnorcheln im offenen Meer dran, was wohl sehr aufregend war.

Es gibt hier die “Ocean Lens”, die es betuchteren Touristen als uns erlaubt, 5 m tief in eine Röhre zu steigen und aus einem Fenster die Unterwasserwelt anzusehen ohne nass zu werden.

Damit es für das Geld auch zuverlässig was zu sehen gibt ist oben drüber ein Steg von dem aus die Helfer die Fische anfüttern können. Da also sind unsere Geschwisterkinder hingeschnorchelt und konnten ganz viele Fische, Korallen und einen riesigen Anker sehen. Ausserdem Schwärme blauschwarzer Fische, die gestreiften Sergeant Majors, die man hier überall sieht, Mini-Fisch-Schwärme, einen Trompetenfisch und Schwärme grosser Kobaltblauer Riesenfische. “Mystisch” sagt Miriam.

Heute aber waren sie bei den Flamingos, was auch cool war, weil sie sehr nahe rangehen konnten. Zurück kamen sie mit individuellen Briefen ihrer Betreuer in denen sie Feedback zu ihren positiven Eigenschaften bekommen haben.

Eigentlich würde zusätzlich zum “VIB – Very Important Brus- Programm” auch eine gemeinsame Session mit den Eltern stattfinden. Das ist jetzt in Covid Zeiten nicht möglich. Daher wurden wir aufgefordert ersatzweise selbst Briefe an die Kinder zu schreiben, was wir an ihnen toll finden und wie sie zum Familienleben beitragen.

Doch das Schreiben musste erstmal warten, denn jetzt hatte Finja erstmal Therapie. Die zwei Geschwister verschwanden im Pool und ich ging zum Dock, wo unsere Süsse schon mit Kanoa planschte.

Sie wirkte heute etwas ruhiger und gedämpfter als zuvor. Vielleicht weil wir manchmal nur Snacks hatten und so die Nahrungsergänzung nicht komplett gegeben hatten? Das Zeug im Alltag ins Kind zu bekommen ist oft schon schwer genug, aber hier? Joghurt mitnehmen um es reinzurühren ist bei der Hitze nicht angezeigt und als Kapsel schluckt sie es nicht. 4 Mal täglich soll sie eigentlich ihre Ergänzung bekommen, manchmal schaffen wir nur 2 Portionen.

Vielleicht ist sie aber auch einfach voll mit Eindrücken und muss das alles erstmal verarbeiten. Trotzdem: Wenn Kanoa springt oder sie mit ihm schwimmt ist Finja oft stillvergnügt. Man sieht ihr an, dass es ihr gut tut mit den Delphinen zusammen zu sein.

Den Freitag Nachmittag verbrachten wir alle am Strand. Die Kinder zeigten uns den Punkt, wo sie gestern geschnorchelt waren. Ich gebe zu: Aus unserer sicheren Bucht heraus und ins offene Meer zu schwimmen war echt ein bisschen Abenteuer. Mein Herz klopfte ziemlich heftig, aber das Wasser war ruhig und klar und selbst ohne unterzutauchen konnte auch ich dank meiner Brillenkonstruktion im der Maske eine Menge sehen.

Der Tag am Strand war wunderschön und Finja planschte ausgelassen im Wasser. Mit Schwimmflügeln bewegt sie sich völlig frei und will nicht mehr gehalten werden. Also schwimme ich wie eine übereifrige Enten-Mama um sie rum und passe auf, dass sie nicht versehentlich aus der Lagune raus und nach Venezuela schwimmt….

Soviel von uns. Eine Woche ist schon rum. Es kommt mir gleichzeitig vor als wären es erst 2 Tage oder 2 Wochen. Die Zeit rast dahin, aber es ist so viel passiert als wären wir schon Ewigkeiten hier…

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